Fotografie: Jean Luc Valentin

Lern-Insel!

Was fällt Ihnen ein, wenn Sie das Wort "Insel" hören?

Da denkt man an Wasser, Sonne, Erholung, aber auch an Einsamkeit, an Schiffbrüchige, die auf einer Insel gestrandet sind, an Robinson Crusoe, der sich lange Zeit allein durchschlagen musste, der Einfallsreichtum entwickeln musste, um zu überleben und es schließlich ja dann auch geschafft hat.

Nun, ganz so ist es auf unserer Insel, unserer LERN-INSEL, nicht. Aber ein bisschen davon kann man auch hier erkennen.

Das Wort LERN-INSEL entstand auf einer Lehrerfortbildung zum selbstorganisierten Lernen. IN- steht für individuell und -SEL für selbstständig.

Mehrere Stunden in der Woche arbeiten die Schülerinnen und Schüler der Klassen 5 und 6 eigenständig an Projekten. Thematisch sind diese Projekte vor allem mit den Fächern Deutsch, Mathematik, Englisch und Gesellschaftslehre verknüpft. Die Schülerinnen und Schüler entwerfen bspw. Länder-Jahreskalender oder schreiben und illustrieren ein eigenes Märchen.

Die Projekte sind in ihrer Konzeption so vorbereitet, dass die Schülerinnen und Schüler diese differenziert und entsprechend ihrer eigenen Stärken bearbeiten können. Alle Schülerinnen und Schüler arbeiten in ihrem eigenen Tempo und wählen selbst aus, woran sie in der jeweiligen Stunde arbeiten wollen. Während der Bearbeitungszeit stehen Wörterbücher, Atlanten, Lexika, PCs und die Schülerbibliothek zur Verfügung.

Am Ende der Woche schätzen die Lernenden ihre Arbeit selbst ein und nehmen sich ein Ziel für die folgende Woche vor (z.B. "Ich möchte nächste Woche konzentrierter und zügiger arbeiten", "Ich möchte weniger beim Lehrer nachfragen, sondern mit Hilfe von Büchern die Ergebnisse herausfinden"). Zur den Ergebnissen und zur Selbsteinschätzung ihrer Arbeit geben die Lehrerinnen und Lehrer jeweils zeitnah eine Rückmeldung.

Mit dieser Form des INSEL-Lernens kann man der Individualität und Eigenständigkeit eines jeden Lernenden, eines jeden Lerntypen am besten gerecht werden. Die Schülerinnen und Schüler werden selbst aktiv, können ihr Lernen selbst organisieren. Sie übernehmen Verantwortung für ihr Tun.

Warum ist nun die Bezeichnung LERN-INSEL so passend, außer dass sie die Anfangssilben von "individuell" und "selbstständig" enthalten?
Es entspricht auch der Vorstellung von einer einsamen Insel. Die Schülerinnen und Schüler arbeiten alleine. Es ist ruhig. Diese Ruhe genießen die Lernenden sehr ("Erholung" von der Unruhe und dem manchmal herrschenden Lärm, für Schülerinnen und Schüler sowie für die Lehrerinnen und Lehrer), man hört nur ab und zu ein Flüstern, auch wenn es nicht das Flüstern der Wellen ist.
Famit die Lernenden keinen Schiffbruch erleiden, werden sie selbst aktiv, entwickeln Strategien und Kompetenzen zur Problemlösung. Denn: Nur Erfolg führt zu Selbstvertrauen und Selbstmotivation.

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