Fotografie: Jean Luc Valentin

OB Feldmann zu Besuch an der Carlo

04.05.2015

Sie kamen aus den Klassen. Manche heimlich, manche, weil sie sich dringend und unaufschiebbar die Nase putzen mussten. Denn merke: Carlo-Schüler sind rücksichtsvolle Schüler, die weder Bakterien verteilen noch mit übermäßig lauten Naseputzgeräuschen ihre Mitschüler oder gar Lehrer stören würden. Und dass da zufällig der Frankfurter Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) im Flur des Ipi-Baus stand, sprach und zuhörte, das konnten doch die Schüler mit den laufenden Näschen nicht ahnen. Aber: Der Carlo-Schüler ist auch aufmerksam, klug und weise und nutzt deshalb eine solche Chance.

Auch deshalb gab Feldmann an diesem Morgen des 24. März viele Autogramme. Sie mochten ihn ganz offensichtlich, die Schülerinnen und Schüler, denen er an diesem Mittag die Hände schüttelte; Und er mochte sie offenbar auch. Peter Feldmann, der bei seinem Amtsantritt als oberster Repräsentant unserer Stadt angekündigt hatte, er werde jeden Monat eine Schule besuchen, war Gast an der Carlo-Mierendorff-Schule.

Ihm sei wichtig, sagte er, Kontakt zu den jungen Menschen zu haben, die so unverzichtbar seien für die Zukunft Frankfurts. Er wolle, so hat er Schülern, Lehrern, Eltern und vielen Gästen aus dem Stadtteil auch gesagt, deshalb dafür werben, bei der Stadt Frankfurt eines Tages zu arbeiten. Feldmann, einst Leiter eines Jugendhauses im Frankfurter Norden, hat keine Berührungsängste. Im Gegenteil. Abseits vom Protokoll beantwortete er Fragen, unterhielt sich gerne mit den Schülerinnen und Schülern, besuchte jede Klasse, die darum bat.

Er komme nicht nur als Stadtoberhaupt, hat er zuvor den Neunt- und Zehntklässlern erzählt, sondern er werbe auch um Nachwuchs. Er sei schließlich auch Personaldezernent und als solcher empfehle er den Jugendlichen, bei der Wahl des Berufswegs auch an eine Ausbildung bei der Stadt zu denken. Die Jobs in der Kommunalverwaltung seien meist besser bezahlt als vergleichbare Stellen im Umland, und die Jugendlichen könnten auf diesem Weg an der Zukunft ihrer Heimatstadt mitwirken. Feldmann hatte deshalb gleich zwei Mitarbeiterinnen aus der Stadtverwaltung mitgebracht: Angelika Frischkorn, Sachbearbeiterin für Nachwuchsauswahl, und Linda Grünewald (18), Auszubildende zur Verwaltungsfachangestellten. Sie erzählten von den 62 Ämtern und Betrieben der Stadt mit ihren mehr als 10 000 Mitarbeiter. Und den vielen Möglichkeiten: Büro und Verwaltung, Technik und Handwerk, Medien und IT sowie Gesundheit, Pflege und Hygiene. Darunter könnten auch klassische Berufe wie Fachinformatiker, Gärtner oder Bürokauffrau erlernt werden, aber auch speziellere Tätigkeiten wie Fachkraft für Abwassertechnik zu finden.

Die Jüngeren, die mit den laufenden Nasen und ihrem rücksichtsvollen Umgang damit, interessierte das noch nicht. Sie wollten reden. Und zeigen, wie wohl sie sich offenbar an ihrer Schule fühlen. Wie schön, meinte OB Feldmann, sonst werde immer nur gemeckert. Mal ein Schulbesuch, bei dem es nicht nur darum ginge, wo es klemmt, mangelt und hapert.

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